Vogelschmaus für den Buntspecht

Vogelschmaus für den Buntspecht

Wenn er sein charakteristisches, kurzes und helles „kix“ schmettert, wissen nur eingefleischte Vogelfreunde, dass er in der Nähe ist. Trommelt er hingegen mit seinem kräftigen Schnabel auf einen abgestorbenen Ast, so weiß in der Regel ein jeder: Da muss ein Specht in der Nähe sein!

Am Waldrand und in Gärten und Parks, ist es dann meist der Buntspecht, der hier lärmt – die in unseren Breiten häufiger anzutreffende Art. Mehrmals pro Sekunde hackt ein Specht auf einen Resonanzkörper, um sein weithin hörbares Trommeln erschallen zu lassen. Gerade im Frühjahr, zu Balzbeginn, sorgt das Spechtmännchen mit seinem Trommeln für klare Revierverhältnisse gegenüber Rivalen und lässt sich so, obendrein, von den Weibchen finden. Streicht ein solcher Specht von einem Baum ab, macht den starengroßen Vogel sein charakteristischer, langgezogener Wellenflug auch in einiger Entfernung erkennbar. Aus der Nähe betrachtet, unterscheidet sich der Buntspecht von ähnlich gefiederten Arten stets durch einen schwarzen Bartstreif, der sich vom Schnabel unter dem Auge entlang zum Hinterkopf zieht.

buntspecht

Buntspechte zählen zu den so genannten Baumspechten, weil sie zur Nahrungssuche Bäume beklettern, dort Insekten jagen oder aber mit massiven Schnabelhieben morsches Holz zertrümmern, um darin verborgene Käferlarven aufzutun und zu verspeisen. Erdspechte hingegen, wie Grünspechte und Grauspechte, ziehen es stattdessen vor, z.B. in Ameisenhaufen nach deren Larven zu buddeln. „Neben Insekten“, weiß die Expertin für Wildvogelfütterung Christine Welzhofer aus dem bayerischen Gessertshausen, „fressen Buntspechte auch Eicheln, Nüsse, Beeren, Obst und Koniferensamen. Das macht sie so empfänglich für Futterstationen aus Menschenhand.“

Und so zählt es für viele Vogelfreunde, die Wildvögel ganzjährig mit zusätzlicher Nahrung versorgen, zu den ganz besonderen Erlebnissen, wenn ihr Futterhaus oder Vogelschmaus (das sind längliche genetzte Produkte mit lockerer Futterstruktur) von einem Buntspecht aufgesucht wird. Klettert ein solcher Buntspecht zum Beispiel an einem solchen Vogelschmaus, so lässt sich beobachten, wie er sich dabei wie kein anderer Singvogel mit seinem außerordentlich kräftigen Schwanzfedern abstützt.

Ein weiteres faszinierendes Detail des Buntspechts, das jedem Betrachter verborgen bleibt, ist, wie er in der Natur mit der Zunge eine Made aus dem Holz zieht. Auf Grund der besonderen Anatomie, können Buntspechte nämlich ihre mit Widerhaken versehene Zunge in vierfacher Schnabellänge herausschießen lassen. Für die so getroffene Made gibt es kein Entkommen. Mag sie sich im morschen Holz verborgen auch noch so sicher gefühlt haben.

Quelle: GPP