Kulturpilze – warum klappt es mit einigen, mit anderen nicht?

Kulturpilze – warum klappt es mit einigen, mit anderen nicht?

(GMH/BDC) Steinpilze sind rar und teuer, Trüffeln erst recht. Warum eigentlich kann man sie nicht kultivieren, so wie man das mit Champignons und Austernseitling tut? Man muss sie mühsam suchen – nicht immer mit Erfolg.

kulturpilze
Viele Speisepilze lassen sich das ganze Jahr über in gleichbleibend guter Qualität von Menschenhand kultivieren. (Bildnachweis: GMH/BDC)

Wildpilze wachsen nur dort, wo der Standort stimmt. Daher hüten Pilzsammler sorgfältig das Geheimnis ihrer Fundstellen. Außerdem findet man sie nur in „ihrer“ Jahreszeit und wenn das Wetter mitspielt. Kulturpilzanbauer dagegen ernten ihre Champignons nicht nur von Juni bis Oktober wie draußen auf der Wiese, sondern rund ums Jahr in immer gleichbleibender Qualität. So versorgten die deutschen Betriebe im Jahr 2014 die Pilzgenießer mit 66.000 t frischen Pilzen. Welch ein Traum, das auch mit Steinpilz und Trüffel tun zu können. Aber ob das eines Tages Realität wird? Der Weg dahin ist äußerst schwierig. Der Grund ist die unter-schiedliche Lebensweise der Pilze.

Ein Großteil der Pilze lebt als Destruenten, als Zersetzer. Das heißt, sie bauen schwaches oder totes organisches Material ab. Sie zersetzen die Kuhfladen auf der Weide genauso wie den umgestürzten Baum und sorgen dafür, dass die in den Zellen gebundenen Mineralien in den Stoffkreislauf zurückkehren. Alle Kulturpilze vom Champignon bis zum Shiitakepilz gehören in diese Gruppe. Kulturpilzanbauer lassen sie je nach Pilzart auf einem Substrat aus Pferdemist, Stroh oder Holzschnitzeln wachsen, die sie, wie es ihre Art ist, zersetzen.

Die anderen Pilze leben als so genannte Mykorrhiza-Pilze in Symbiose mit Pflanzen (Myko = Pilz und rrhiza = Wurzel). Die Pilzwurzeln, Hyphen genannt, umhüllen die Wurzeln von Bäumen, Sträuchern und Kräutern und wachsen von dort aus tiefer in die Erde. So vergrößern sie die Wurzeloberfläche der Pflanze und erschließen mehr Boden als die Pflanze es alleine könnte. Die Pilze versorgen „ihre“ Pflanze mit Wasser und Mineralien und erhalten im Gegenzug dazu von ihr Kohlenhydrate. Steinpilz, Trüffel, aber auch Pfifferling, Birkenpilz und Marone zählen zu den Mykorrhiza-Pilzen. Den meisten dieser Pilze fehlen die Enzyme, um organische Stoffe abzubauen, völlig. Sie müssen zwingend einen Pflanzen-Partner finden, um wachsen und fruchten zu können.

Rund 90 % aller Landpflanzen leben in Symbiose mit einem oder mehreren Pilzen. Die meisten könnten zwar auch ohne Pilz wachsen, aber mit geht es ihnen besser. Daher impfen viele Baumschuler und Landschaftsgärtner heutzutage die Erde ihrer Kulturen bzw. Neuanlagen mit Mykorrhiza-Pilzen, die sich in Kultur ganz gut vermehren lassen. Nur der nächste Schritt, sie in Kultur zum Wachsen und Fruchten zu bringen, der stellt Pilzanbauer vor kaum lösbare Aufgaben. Ohne Birke, Kiefer oder Heidekraut, deren Wurzeln sie umhüllen können, geht das nicht. Von Steinpilz und Trüffeln als Kulturpilze werden wir wohl noch lange träumen müssen. Aber zum Glück gibt es Champignon, Austernseitling, Shiitake und die vielen weniger bekannten Arten wie Rosen- und Limonenseitling, Kräuterseitling, Samthaube, Igelstachelbart, Goldkäppchen, Rötelritterling usw. usw. Sie lassen die Herzen jedes Pilzgourmets höher schlagen.

Viele weitere interessante Informationen zu Speisepilzen finden Sie auf der Website www.gesunde-pilze.de.

Entfernen oder wachsen lassen? Unkraut neu entdeckt

Entfernen oder wachsen lassen?
Unkraut neu entdeckt

Unkraut ist ein Wort, das auf den ersten Blick keine Fragen offenlässt: Offensichtlich handelt sich dabei um Pflanzen, die unerwünscht sind, die im Garten nicht wachsen dürfen. Doch was macht ein Gewächs eigentlich zum Unkraut? Wodurch unterscheidet es sich von Kulturpflanzen? Sollte man es in jedem Fall entfernen oder darf man es auch mal wachsen lassen? Antwort geben zwei neuerschienene Bücher, die sich ganz den Unkraut-Pflanzen widmen.

Lob des Unkrauts

Brunhilde Bross-Burkhardt stellt mit ihrem Buch „Lob des Unkrauts“ den Nutzen und die Schönheit der verschämten Pflanzen vor. Sie erklärt, dass die Bezeichnung „Unkraut“ botanisch keinen Sinn ergibt. Gemeint sind damit Pflanzen, die besonders widerstandsfähig sind. Sie gehören zur natürlichen Vielfalt, stehen im Garten und in der Landwirtschaft allerdings in Konkurrenz zu Obst, Gemüsen und anderen Kulturpflanzen. Was vor hundert Jahren noch ganze Ernten bedrohte, stellt mit heutigem Wissen jedoch kaum noch eine Gefahr dar. Die Autorin ermutigt daher zu einem entspannten Umgang mit Unkraut. In Maßen darf es ruhig geduldet werden, denn es hat auch sehr positive Eigenschaften: So manches Unkraut trägt schöne Blüten und Blätter, andere liefern Nahrung für Wildbienen und Schmetterlingsraupen oder können sogar den eigenen Speiseplan erweitern. Bross-Burkhardt bietet in ihrem Ratgeber eine umfangreiche Sammlung verschiedener Unkrautgewächse. Jede Pflanze wird ausführlich vorgestellt – von den spezifischen Merkmalen und Methoden, um ihre Ausbreitung im Gleichgewicht zu halten, bis zu Verwendungsmöglichkeiten.

lob des unkrauts

Brunhilde Bross-Burkhardt
Lob des Unkrauts
Haupt Verlag, 2015
208 Seiten, 15,5 x 22,5 cm, 330 Fotos, Flexibroschur
ISBN 978-3-258-07907-3
Preis: € 29,90

Das Unkraut-Buch

Unkraut kann zur Plage werden, diese Erfahrung hat sicher jeder Gärtner schon einmal gemacht. Es deshalb nicht gleich völlig zu verteufeln, rät die Gartenbauingenieurin und Autorin Jutta Langheineken in „Das Unkraut-Buch“. Vielen sind die nützlichen Seiten von Unkraut kaum bekannt. Es zeigt zum Beispiel an, ob ein Boden besonders stickstoffhaltig, mager oder verdichtet ist. Wer darauf achtet, kann die Bodenqualität gezielt verbessern. Hirtentäschel, Löwenzahn und Sauerklee – Unkraut hat manchmal sogar heilsame Wirkungen. Das Buch bietet übersichtlich zusammengestellte Portraits mit den wichtigsten Eigenschaften häufig vorkommender Unkraut-Pflanzen. Die zahlreichen Bilder zeigen, wie sie als Sprösslinge und als ausgewachsene Pflanzen aussehen. So ist es leicht, schon im Frühjahr zu entscheiden, welches Unkraut wachsen soll und welches entfernt wird. Jäten, graben, mulchen – auch mit welchen Methoden man Unkraut gezielt in Zaum halten kann, wird ausführlich erklärt.

das unkraut buch

Jutta Langheineken
Das Unkraut-Buch
BLV Buchverlag, 2015
96 Seiten, 16,7 x 22 cm, 123 Fotos, 17 Zeichnungen, broschiert
ISBN 978-3-8354-1347-4
Preis: € 12,99

GPP

Japanische und amerikanische Kakis

Japanische und amerikanische Kakis

Kakis haben sich aufgrund ihres süßen Geschmacks mit einem Hauch Vanillearoma schnell im Obstregal etabliert. Meist findet man die japanische Variante (Diospyros kaki). Weniger bekannt ist hingegen die amerikanische Kaki (Diospyros virginiana). Sie trägt kleinere, drei bis fünf Zentimeter große Früchte. Die amerikanische Sorte ‚Meader‘ ist gut für den Anbau im eigenen Garten geeignet. Denn sie ist äußerst robust, verträgt Frost bis zu minus 25 bis 30 Grad Celsius, kennt keine Schädlinge und Krankheiten und zeigt eine sehr schöne, gelbe Herbstfärbung. „Der neue Kaki Hybride ‚Nikitas Gift‘ verbindet die positiven Eigenschaften aus beiden Herkunftsländern. Die Pflanze ist so winterhart und robust wie amerikanische Kakisträucher. Gleichzeitig sind die Früchte fast so groß wie japanische Kakis. Ihr Aroma erinnert an Karamell und die Herbstfärbung ist orange-rot“, schwärmt Markus Kobelt, Obstexperte von Lubera. Die Früchte können problemlos schon vor der Reife geerntet werden. Lagert man sie zusammen mit einigen Äpfeln, reifen sie nach und man erhält besonders aromatische Kakis.
kakis
Weitere Informationen sind unter www.lubera.com zu finden.

Quelle: Lubera

Gemüsegärtner sorgen für Vitaminkick aus heimischer Ernte

Gemüsegärtner sorgen für Vitaminkick aus heimischer Ernte

(GMH) Wer die Wahl hat, hat die Qual: Wurzel-, Zwiebel-, Blatt- oder Fruchtgemüse, Kohl oder Zuchtpilze – das Angebot an heimischen Arten aus Freiland oder Gewächshaus ist groß. Dabei steigt die Nachfrage kontinuierlich, insbesondere nach Produkten aus nachhaltiger, deutscher Produktion mit kurzen Transportwegen. Auszubildende zum Gärtner der Fachrichtung Gemüsebau sorgen deshalb nicht nur für ein jederzeit reichhaltiges und frisches Angebot, sondern erlernen auch ein Beruf mit Zukunft.

gemüsegärtner
Gemüsegärtner sorgen mit ihrer Arbeit für Frische auf dem Teller. Die dreijährige Ausbildung bietet viele Perspektiven. (Bildnachweis: GMH)

Gärtner verfügen über fundierte Produkt- und Marketingkenntnisse

Ob konventioneller Betrieb oder Biohof, Freilandanbau oder hochmoderne Gewächshaustechnik – Auszubildende im Gemüsebau werden zu Experten für den Anbau und die Pflege von Gemüse und Kräutern aller Art. Sie führen Pflanzungen und Direktsaaten durch, kultivieren Jungpflanzen, sorgen für die fachgerechte Düngung und Bewässerung und holen schließlich die Ernte ein. Was nicht an Großmärkte, den Einzelhandel oder direkt an die Verbraucher geht, wird für den späteren Verkauf fachgerecht eingelagert. Bei der professionellen Beratung von Kunden in Verkaufsräumen oder am Marktstand kommt den Gemüsegärtnern nicht nur ihr Produktwissen zugute, sondern auch die in der Ausbildung erworbenen Kenntnisse im Bereich Werbung, Verkaufsförderung und Gesprächsführung.

Sicherer Arbeitsplatz und vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten warten

Gärtner der Fachrichtung Gemüsebau arbeiten nach Beenden ihrer Ausbildung sowohl in spezialisierten Gemüsebaubetrieben als auch in landwirtschaftlichen Betrieben mit Gemüseanbau. Kreative und geschickte „Macher“, die Freude an handfester, naturnaher Arbeit haben, liegen mit einer Ausbildung im Gemüsebau richtig. Feinschmecker können ebenfalls in dem Beruf ihre Erfüllung finden. Und auch die Technikbegeisterten kommen auf ihre Kosten: Längst werden im Gewächshaus und bei der Arbeit im Freien moderne Gerätschaften und diverse technische, teils EDV-gestützte Hilfsmittel eingesetzt.

Berufliche Perspektiven gibt es viele. Eine Spezialisierung auf die Kundenberatung ist dabei ebenso möglich wie die Fortbildungen zum Meister oder Techniker oder der Weg in die Selbstständigkeit. Weitere Karrieremöglichkeiten eröffnet ebenfalls ein Gartenbaustudium.

Mehr Infos gibt’s im Internet

Wer gerne draußen arbeitet, Freude am Umgang mit Pflanzen und Nahrungsmitteln hat und nach einem krisensicheren Job mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten sucht, ist mit der dreijährigen Gärtner-Ausbildung im Gemüsebau bestens beraten. Auf www.beruf-gaertner.de gibt es mehr Informationen zu Tätigkeit und Perspektiven sowie ein Video, das den Beruf in seinen vielen Facetten zeigt. Zudem kann – gefiltert nach Bundesland und Postleitzahl – nach geeigneten Ausbildungsbetrieben gesucht werden.